Obstbaumschnitt 2018

Obstbaumschnitt – Einfach – Anders

„Der Obstbaum ist eine Kulturpflanze, die regelmäßige Pflege bedarf, damit der Baum vital bleibt,  die Ertragserwartungen erfüllen kann und dem Menschen nicht über den Kopf wächst“, so die Begrüßungsworte von Dr. Thorsten Gröb, selbst Imker, Vereinsmitglied des Kirchhainer Imkervereins und Betreiber einer großflächigen Obstbaumwiese am Samstag, 03.03.2018 oberhalb des Forstamtes an der Kirchhainer Hangelburg.

Beim Obstbaumschnitt unterscheidet man zwischen Aufbau-, Erziehungs-, Pflege- und ggf. im Ausnahmefall einem Verfügungsschnitt. Ebenfalls wurden die besten Schnittzeitpunkte im Winter (Januar – März) und Sommer (Juni und Mitte August) erwähnt sowie über die Gesetze der Triebbildung (Spitzen-, Oberseiten- und Scheitelpunktförderung) informiert.                                             Obstbaumschnitt2018 1

Dr. Thorsten Gröb zeigte den interessierten Kursteilnehmerinnen und –teilnehmern an Praxisbeispielen die Schnittgesetze und Schnitttechniken. Bei den Wachstumsgesetzen bleibt festzuhalten: Liegt ein Trieb höher, wächst er schneller, ein steiler Trieb wächst stärker als ein flacher, ein dicker Ast wächst stärker als ein dünner und ein Ast mit vielen Seitentrieben entwickelt sich stärker als einer mit wenig Trieben. Nicht vernachlässigt wurde der Aufbau einer Öschberg-/Pyramidenkrone, die bereits um 1930 in der Schweiz entstand. Diese Kronenform kann bei allen Obstarten sowie bei Busch-, Halb- und Hochstämmen Verwendung finden.

Des Weiteren folgte eine profimäßige Erläuterung verschiedener Werkzeuge, die beim Obstbaumschnitt (Gartenschere, Gartenhippe, Astschere, Stichsäge und verstellbare Bügelsäge) zum Einsatz kommen sollten.

Abgerundet wurde die vom Kirchhainer Imkerverein kostenlos initiierte Veranstaltung durch allerlei kulinarische Leckereien wie u.a. einer deftig herzhaft schmeckenden Suppe mit verschiedenen Brotbeilagen und diversen warmen Getränken.Obstbaumschnitt2018 2

Zur Beachtung: Durch Schnittmaßnahmen wird die Triebleistung immer angeregt und deshalb ist immer eine Nachbehandlung erforderlich! Wer sein zukünftiges Obst von Hand pflücken möchte, sollte Halbstämme anstreben und beim Pflanzenabstand sind 6 Meter das Maß aller Dinge. Selbsterklärend, dass Halb- gegenüber Hochstämme leichter zu beernten sind und durch den leichter durchzuführenden Schnittaufwand zudem bessere Früchte geerntet werden können. Die Lebenserwartung der Obstbäume kann je nach Obstart, Sorte und Standort sehr unterschiedlich sein. Steinobst ca. 30 bis 50 Jahre, Äpfel ca. 80 bis 120 Jahre und Birnen ca. 100 bis über 200 Jahre!

 

Obmann für Öffentlichkeitsarbeit, Norbert Morneweg, Stadtallendorf